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Cafe Záhorský, Prague

Design: JRA. JAROUŠEK.ROCHOVÁ.ARCHITEKTI
Photos: Filip Šlapal

Cafés mit unverwechselbarem Genius Loci finden Sie in Prag in den letzten Jahren immer mehr. Seit der zweiten Jahreshälfte des vergangenen Jahres hat sich zu ihnen auch das Café Záhorský gesellt, welches an der Ecke der Straßen Dejvická und Eliášova liegt. Das Familienunternehmen mit einer Gesamtkapazität von 78 Plätzen setzt auf hausgemachte Küche, Backwaren, italienischen Kaffee und Qualitätsweine. Und ebenfalls auf die Räumlichkeiten. Diese hat die Architektin Magdalena Rochová vom Architekturbüro JRA Jaroušek Rochová Architekten gestaltet, wofür sie den Hauptpreis im tschechischen Wettbewerb Interieur des Jahres 2015 gewonnen.

Im Endgeschoss des ursprünglichen Jugendstilhauses befand sich zuerst eine Gaststätte. Nach der puristischen Umgestaltung im Jahr 1929 wurde hierhin ein Schuhladen mit interessanten Schaufenstern verlagert. Vom ursprünglichen Interieur ist leider nichts erhalten und vor der Sanierung war das Interieur in stark verwüstetem Zustand. „Am Ort, wo sich diese Räume befinden, wurde ich geboren und gegenwärtig lebe ich hier auch mit meiner Familie. Ich kannte diese Räume und es hat mit leidgetan, wie sie genutzt wurden beziehungsweise nicht genutzt wurden“, erzählt über seinen Beweggrund zur Gründung des Betriebs Herr Matěj Záhorský. „Für die Zwecke eines Cafés war der Raum eher zu großzügig, nichtsdestoweniger war es schade, seinen Grundriss und seine Lage nicht zu nutzen. Und so haben wir in unseren Plan auch den Betrieb der Bäckerei mit aufgenommen, was als ideale Variante in Hinsicht auf den Eingang von der Ecke und den Grundriss in der Form des Buchstabens L erschien“, ergänzt er. Im Innenbereich ist dann die Küche untergebracht, welche vom Rest der Räumlichkeiten durch Jalousiewände abgetrennt ist.

Die Architektin Magdalena Rochová vom Büro JRA – Jaroušek Rochová Architekten hat in das Interieur maximale Funktionsfähigkeit, saubere Linien, hochwertige handwerkliche Verarbeitung und Inspiration durch die Architektur eingebracht. Zum Beispiel wurde die Unterbringung in der abgerundeten Ecke des Gebäudes in die Formgestaltung der Theke projiziert, welche fließend von der Theke der Bar auf der einen Seite in die Theke des Bäckerladens auf der anderen Seite übergeht. Interessant sind auch die großen Fenster, die nach oben aufschiebbar sind, wodurch der Raum des Cafés mit dem Außenraum verbunden werden kann. Der Besucher kann somit ungestört auf der Fensterbank sitzen, etwas Gutes trinken und gleichzeitig ein Teil der Straße sein“, beschreibt Matěj Záhorský.

Die Räume nutzen eine Palette monochromatischer weißgrauer Farbtöne, welche außer durch die bereits erwähnte Holztheke auch durch ein nach Maß entworfenes Muster an der Decke sowie an den Stirnwänden der beiden Teile belebt werden. Den Raum schmücken ebenfalls die ungleichmäßig aufgehängten Leuchten sowie die Stühle Punton der Marke TON. In den Räumlichkeiten des Cafés und auch der Bäckerei sind sie gemeinsam mit den Tischen entlang der Fenster und der gegenüberliegenden Wand verteilt.