Ein Ort, an dem Holz seit 165 Jahren gebogen wird
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Veröffentlicht von
26 Jan, 2026 -
Text von
Adam Štěch -
358 Wörter
2 minutes
Seit 165 Jahren entstehen in Bystřice pod Hostýnem Bugholzmöbel – am selben Ort, mit derselben Technologie und in einer Kontinuität, die in der europäischen Möbelherstellung ihresgleichen sucht.
Das Biegen von Holz war hier niemals Dekoration oder eine nostalgische Geste. Von Anfang an ging es um Technologie – um die Suche nach Leichtigkeit, Stabilität, Effizienz und langer Lebensdauer. Genau dieser Ansatz ermöglichte die Entstehung ikonischer Stühle, die zu einem selbstverständlichen Teil des Alltags wurden – oft so selbstverständlich, dass wir uns ihres Ursprungs gar nicht bewusst sind.
Dieses Dokument kehrt zu den Grundlagen zurück: zu dem Ort, an dem Bugholzmöbel seit 1861 entstehen, zu den Menschen, die ihr Wissen von Generation zu Generation weitergeben, und zu den Entscheidungen, dank derer diese Technologie auch heute noch Sinn hat.
1. Die Geburt einer Legende
(1819–1841):
Im 19. Jahrhundert veränderten sich mit dem Aufkommen der Industriellen Revolution und der Arbeitsteilung die Herstellungsprozesse grundlegend – auch in der Möbelproduktion, die dank genialer technischer Erfindungen in die Massenfertigung überging. Ab 1861 betraf dies auch die kleine mährische Stadt Bystřice pod Hostýnem.
Das bedeutendste von Thonets frühen Bugholzprodukten wurde der sogenannte
Bopparder Stuhl. Sein Konzept entstand um 1836 und basierte auf dem Biegen von
laminiertem Furnier. Thonet war jedoch keineswegs der Erste, der diese Technik
einsetzte – gebogenes Furnier wurde bereits drei Jahrzehnte zuvor von
Pionieren wie Jean-Joseph Chapuis und Samuel Gragg im Möbelbau verwendet.
Thonet perfektionierte jedoch die Technik des laminierten Holzes.
Buch ±160 Jahre
Das tschechisch-englische Buch ±160 Jahre beschreibt auf 259 Seiten die historischen und gesellschaftlichen Ereignisse, die die Entwicklung der Bugholzmöbel aus Bystřice pod Hostýnem geprägt haben. Diese aufwendig gestaltete Publikation wurde vom tschechischen Kunstkurator Adam Štěch verfasst und mit Unterstützung von Ton herausgegeben.
Autor des Buches
Adam Štěch