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Patrick Norguet: Design muss Charakter haben, sonst ist es flach und langweilig

Wie ist die Idee für Cissy entstanden? 

Cissy ist aus vielen Gesprächen mit Ton entstanden – vor allem mit Milan. Das Briefing war ziemlich einzigartig: Ein Lounge-Sessel, der sowohl „old school“ als auch „frisch“ wirkt. Wir wollten etwas, das Tons Geschichte mit dem Bugholz respektiert, aber dennoch einen neuen Ausdruck bietet. Der Sessel sollte bequem, architektonisch und leise charismatisch sein.

Was waren die Hauptprinzipien, mit denen Sie gearbeitet haben? 

Gleichgewicht – zwischen Tradition und Zukunft, Weichheit und Struktur. Die Bugholztechnik ist zentral für Tons Identität, daher war es naheliegend, sie als Grundlage zu nehmen. Daraufhin entwickelte ich eine architektonische Silhouette, die dem Sessel Eleganz und Stärke verleiht. Es geht nicht um Dekoration – sondern um Form mit Bedeutung.

Wie sind Sie an das Thema Komfort herangegangen? 

Komfort war essenziell. Nicht nur physisch, sondern auch visuell. Wenn man den Sessel sieht, sollte er zum Hinsetzen einladen. Die Sitzfläche ist großzügig gepolstert, die Proportionen sind sorgfältig ausbalanciert – nicht zu breit, nicht zu tief. Man kann entspannen, lesen, einen Drink genießen oder in einer Hotellobby auf ein Taxi warten. Er ist vielseitig und entspannt, aber dennoch präzise.

Sie haben sowohl eine Version mit hoher als auch mit niedriger Rückenlehne entworfen. Warum?

Es geht darum, ein Ökosystem zu schaffen. Die hohe Rückenlehne vermittelt ein Gefühl von Privatsphäre und Weichheit – perfekt für Lounges oder ruhige Ecken. Die niedrige Rückenlehne wirkt dynamischer, offener. Zusammen können beide Versionen im selben Raum koexistieren – wie eine Landschaft mit unterschiedlichen Stimmungen. Dasselbe Gestell, andere Haltung.

Welche Rolle spielten Materialien und Farben beim endgültigen Design? 

Eine große. Wir haben einen speziellen Stoff namens Cleo gewählt, der eine schöne Struktur und Textur hat. Für Cissy haben wir drei neue Farben eingeführt: Peach, Water und Gold – frische Töne, die trotzdem in Tons visuelle Welt passen. Die Lederversion verwendet Elmosoft, das sich natürlich weich anfühlt und mit der Zeit feine Falten bildet. Das bringt eine menschliche Weichheit – fast wie Haut. Diese leicht „entspannte“ Spannung ist Teil des Komforts.

Warum heißt der Sessel Cissy? 

Der Name bezieht sich auf eine Skizze von Toulouse-Lautrec – Cissy Loftus. Es ist keine wörtliche Inspiration, aber ihre Haltung, ihre Ausstrahlung, ihre zurückhaltende Eleganz – das ist mir im Gedächtnis geblieben. Wir wollten dem Stuhl dieselbe stille Selbstsicherheit verleihen. Er ist im Geist theatralisch, aber in der Form zurückhaltend.

Was sollen die Menschen letztlich empfinden, wenn sie Cissy sehen oder benutzen?

Wiedererkennung. Nicht im Sinne eines Trends, sondern eine Vertrautheit – etwas, das sie schon einmal gesehen haben, aber noch nie genau so. Es ist ein neuer Klassiker. Und vor allem sollen sie es fühlen: Ich möchte mich hineinsetzen. 

Patrick Norguet designer

„Holzbiegen ist für Ton zentral. Von Anfang an war klar, dass ich mit dieser Technik arbeiten wollte. Es ist eine alte Technik, aber unglaublich zeitlos. Ich wollte sie voll ausschöpfen – wie ein Chefkoch, der eine Zutat nimmt und sie auf ein neues Niveau hebt.“

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