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Der Erste Weltkrieg brachte eine Wirtschaftskrise von immensem Ausmaß mit sich, die in der Folge zu Fusionen mehrerer Unternehmen führte, die auf die Herstellung moderner Bugholzmöbel spezialisiert waren. Der Höhepunkt dieser Zusammenschlüsse war 1924 die Gründung der Thonet-Mundus-Gruppe. In ihr verschmolzen die Firma Gebrüder Thonet und die Aktiengesellschaft Kohn-Mundus – Letztere war die Nachfolgerin von Thonets einstigem Hauptkonkurrenten Jacob & Josef Kohn. Das fusionierte Unternehmen bestand bis 1946 und war zu seiner Zeit einer der weltweit größten Möbelhersteller. Die Fabrik in Bystřice pod Hostýnem wurde dabei zum zentralen Entwicklungszentrum von Thonet-Mundus und exportierte weiterhin Produkte in alle Welt.
In dieser Zeit passte Thonet-Mundus seine Produktlinie gezielt den neuen Kundenbedürfnissen und den Idealen eines modernen Lebensstils an. Ab den 1920er Jahren wurde dieser Wandel maßgeblich von modernistischen Designern und Architekten vorangetrieben. Thonet-Stühle wurden als Paradebeispiele für Schlichtheit und Sparsamkeit gefeiert – Qualitäten, die für die Funktionalisten oberste Priorität hatten.
Namhafte Gestalter wie Josef Hoffmann, Adolf Gustav Schneck und Josef Frank entwarfen in dieser Ära Bugholzmöbel für Thonet-Mundus. Auch bei weltberühmten Architekten wie Le Corbusier standen Thonet-Möbel hoch im Kurs. Zudem erlebte die Zwischenkriegszeit den Aufstieg der Stahlrohrmöbel, die später in einigen Fabriken von Thonet-Mundus gefertigt wurden. Ein weiterer wichtiger Akteur in diesem neuen Sektor war das in Bystřice ansässige Unternehmen Slezákovy závody, das bereits 1908 mit der Produktion von Stahlrohrmöbeln begonnen hatte.
Der erste tschechoslowakische Präsident Tomáš Garrigue Masaryk an einem Tisch
von Gebrüder Thonet.
„Das Archivsystem von Thonet umfasst mehrere tausend Produktkarten mit
detaillierten Informationen zu jedem einzelnen Entwurf.“
Im Jahr 1917 fusionierte das Unternehmen Jacob & Josef Kohn mit der
Aktiengesellschaft Mundus. 1921 wandelte sich Gebrüder Thonet in die
Aktiengesellschaft Thonet AG um und schloss sich drei Jahre später mit
Kohn-Mundus zusammen. Aus dieser Fusion ging Thonet-Mundus hervor – das zu
jener Zeit größte Möbelunternehmen der Welt. Geleitet wurde Thonet-Mundus von
Leopold Pilzer, dem Gründer von Mundus.